Eine Warnung an alle: Lesen Sie diesen Artikel nicht. Er könnte Sie irritieren. Wenn Sie ihn lesen: Ihre Verantwortung!
„i bin so AUSBRENNT“
Modekrankheit(!) Burn Out
burnout – am 2.6.2010 in Google (nur österreichweit) eingegeben, und 365.000 Seiten gefunden. Darunter und daneben gleich eine Reihe von professionellen Burnout – Beseitigern/ -Therapeuten/ -Geschäftemachern.
Und eine Reihe von Zündlern: sogenannte Arbeitnehmerschutzorganisationen, die den armen Werktätigen (denn die sind ja ohnehin immer die Ausgebeuteten) einreden, dass nur der Stress, der widerliche Chef und die böse Firma an allen Ausbrennungen schuld sind. So schürt man Klassenkampf.
Und solche Slogans finden Sie auf den Webseiten: • „Mit eigenen Kräften aus dem Teufelskreis eines Burnout-Syndroms herauszukommen ist schwierig bis unmöglich.“ • „Arbeiten bis zur totalen Erschöpfung: Wie Burnout entsteht und wie es zu vermeiden ist.“ • „Burnout - Viele ArbeitnehmerInnen sind vom Burnout-Syndrom betroffen. Wir zeigen, was hilft. www.arbeiterkammer.at/“ • „Burnout ist eine körperliche und emotionale Erschöpfung aufgrund dauernder Anspannung und/oder ständiger sozialer Begegnungen.“ • „Ein Burn-out-Syndrom ist eine nicht zu unterschätzende Gefahr für die Gesundheit. Welche Anzeichen darauf hindeuten und wie man es vermeiden kann, ...“
Wer leidet denn nun wirklich unter dem Burnout Syndrom? Sozialbetrüger, Tachinierer, Arbeitsunwillige, Leute die nix aushalten, genetisch defekte Kreaturen? Oder Menschen, die sich verausgabt haben, denen alles zu schnell, zu intensiv, zu komplex geworden ist? Oder all die armen hilflosen und machtlosen Opfer der Ausbeutungsgesellschaft? Wissen Sie es?
Oder: Welchen dieser (frei erfundenen) Aussagen stimmen SIE zu? • Ich schaue auf mich selbst so gut, dass ich kein Burnout bekomme – ich weiß wann es zu viel wird. • Ich lasse mich nicht krank diagnostizieren um einen ungeliebten Arbeitsplatz zu verlassen. • Mit Burnout lässt sich jede Menge Geschäft machen… Behandlungen, Präventionsseminare (subventioniert), Medikamente. • Es ist einfach, zuerst die Verantwortung fürs Burnout auf andere zu schieben, und dann die Verantwortung für die Heilung ebenso an andere abzugeben. • Die Sauf-, Feier- und Partygesellschaften, die nie zur Ruhe kommen, sind eine Brutstätte für Burnout. • Ruhe, Natur, ausreichend Schlaf, Bewegung und Sinn gebende - kreative - Freizeitgestaltung (nicht Konsumrausch oder Event-Hopping) geben genug Kraft um Burnout zu vermeiden.
Was ich mir so denk: Burnout kann viele Ursachen haben, und es wäre eine Frechheit, die gesamte Verantwortung auf die Arbeitssituation abzuschieben – also auf nur einen Grund von vielen. Die Firmen und die Wirtschaft dürfen nicht zu Sündenböcken eines gesellschaftlichen Phänomens gemacht werden.
Und: Denken wir gleichzeitig daran: So schlimm es für die Betroffenen ist – an jeder Krankheit verdient jemand saftig mit.
Also: Wer hat Interesse daran?
Denn: Eine Burnout-Epidemie kann nicht unser Ziel sein. Da könnten wir ein wenig drüber nachdenken. Aber: nachdenken kann weh tun…
HWF 06/10
PS: Dies schreibt einer, der auch schon mehrmals im Laufe seines Lebens an der Kippe stand…
|