... und nächste Woche feiern wir Weltuntergang!

Hinter dem Spiegel lauert der tiefe, tödliche Abgrund -

…und nächste Woche feiern wir Weltuntergang!

So oder ähnlich könnte man denken, wenn man sich in die Gedankengänge mancher Mitmenschen hineinversetzt. Denn es werden immer mehr, die obskuren und nicht belegbaren Theorien anhängen: Weltverschwörung, Weltallmacht, Weltuntergang, Geheimbünde, Fernlenkung aller Menschen, Massenvergiftungen durch geheime Suchtmittel, Untergang der Zivilisation…

Businessmenschen, KünstlerInnen, ja sogar Familienväter/mütter sitzen vor Angst und Schrecken verbreitenden Büchern, lassen sich in Verschwörungs- und Untergangsszenarien treiben und kippen vollends in die Geschichten. Gurus verbreiten (neben der allumfassenden, wohlduftend durch die Lüfte schwebenden Allseinsliebe) Botschaften von Weltuntergängen, Meteoriteneinschlägen, Invasionen von Außerirdischen oder der Wiederauferstehung von Gestorbenen (um alle Lebenden ins Jenseits zu befördern). „Der Jüngste Tag ist nah“, sagen diverse Religionsaffine und wer heutzutage in ist, bereitet sich auf den „Weltuntergang laut Maya Kalender am 21.12.2012 vor.

Na Mahlzeit, warum lebt und arbeitet ihr Idioten denn noch? Wenn alles hin ist in zwei Jahren, verkauft doch eure Häuser, Autos, und so weiter und legt euch zum Sterben an einen schönen warmen Strand. Nach dem Datum braucht ihr eh nix mehr!

Oder, besser noch: Gebt mir euer sinnloses irdisches Vermögen. Ich finanziere damit Projekte für Menschen, die ihr Leben sinnvoll gestalten wollen (trotz Schwierigkeiten in der Jugend, Straffälligkeit etc.), Obdachlose finden so ein neues Heim und am 22.12. werdet ihr euch frei fühlen. Frei von allem materiellen Tand.

Freiheit scheint euch wohl wichtig zu sein, denn ihr habt euch schon die Freiheit genommen, euren Geist und eure Seele von den zermürbenden Schriften sogenannter Propheten, Verkünder und Aufdecker zerstören zu lassen, eure Mitmenschen und eure Familie mit den Schreckensbildern zu belasten und generell ein Leben auf der Suche und für die Forschung nach dem Schlechten, Bösen, Furchtbaren zu führen.

Danke für das verpestete Klima das ihr wie den Mief nach einem mehrtägigen Aufenthalt in einer zigarettenverqualmten Frittenbude mit euch umhertragt. Danke.

Ich geh lieber zu den Menschen, die dem Leben noch etwas Positives abgewinnen können! Jetzt gleich!

Nachdenken kann weh tun. Muss es aber nicht! © sennaH 10/10


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